Besenmuseum Schloß Mochental
 
Dienstag, 31. Mai 2016

Das sogenannte "der Welt erstes Besenmuseum"
Obwohl man dem Besen gerade heute wenig Aufmerksamkeit schenkt, wurde auf Schloss Mochental eine beachtliche Sammlung dieser Alltagsobjekte zusammengetragen.

Über das Besenmuseum
Das Besenmuseum enstand 1977 aus einer Sammelleidenschaft des Galeristen Schrade und zog 1985 in das Schloss Mochental bei Ehingen um. Die Besensammlung, die weiter wächst und Stücke aus allen Kontinenten beinhaltet, wird durch Texte und Bilder ergänzt.
Besonders im süddeutschen Raum ist die Verbindung zum Besen noch äußerst vielschichtig. So werden dem Besen bis heute noch Zauberkräfte zugeschrieben, wobei hier heidnisches und christliches Brauchtum durcheinandergefegt werden. Es gibt weiterhin die Bräuche der Walpurgisnacht, der Besen als Requisit der alemannischen Fasnacht oder der Besen als Opfergabe vor allem für den Heiligen Rochus. Nicht zu vergessen ist das Denkmal schwäbischen Kehrfleißes in Form eines völlig abgefegten allgäuer Stubenbesens. Das Besenmuseum ist also im Schwabenland, dem Land der Kehrwoche, gut aufgehoben.

Besen
Heutzutage ist der Besen bei den meisten ein Gegenstand, den jeder kennt, den man schnell zur Hand haben muss, den man aber ebensoschnell wieder in der Ecke verschwinden lässt.
Die Schwaben scheinen dem Besen etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Hier ist der Besen ein Kultgegenstand. Neben dem Kehren des Gehsteiges, des Hofes und manchmal auch der Fahrstrasse kommt der Besen auch beim Frühjahrsputz zum Einsatz. Nicht zu vergessen ist die Kehrwoche, bei der der Mieter vom Speicher bis zum Keller und vom Hinterhof bis zur Straßenkandel kehrt.

Kehr-Kuriositäten
Neben einem rohen und einem gekochten Besen kann man im Museum neben dem Denkmal des schwäbischen Kehrfleisses und der schwäbischen Sparsamkeit im Form eines völlig abgefegten allgäuer Stubenbesens, einen kenianischen Affenschwanzbesen, einen am Knauf mit Perlen bestickten Tischbesen oder eine Besenschöne aus Jugendstiltagen, deren bodenlanger Rock ein schmiegsamer Tischbesen ist, bewundern.
Es gibt aber auch einen Flaadermarch, einen getrockneten Gänseflügel, mit dem hauptsächlich Öfen ausgekehrt wurden. Ein weiteres Prunkstück der Sammlung ist ein Besen aus Assuan. Man kann also Besen aus der ganzen Welt dort bestaunen.

Kehrvorschriften und Interessantes
Der Besen spielte früher eine größere Rolle als heute, zum Beispiel war er ein wichtiger Teil des Totenbrauchs. Er spielte auch als Unheilsbringer, bei sakralen Handlungen, bei Umzügen, als Zaubermittel, im Hochzeitsbrauch oder sogar im Rechtsleben eine grosse Rolle.

Nachzulesen sind diese und andere Dinge u.a.im Handbuch des deutschen Aberglaubens.