Schloß Mochental, Ausstellungen, Einzelansicht
Dienstag, 22. Mai 2012
19.06.09 12:30
Eric Decastro - 23. Oktober bis 5. Dezember 2010
Im Hubertussaal zeigen wir Ihnen die Gemälde und Videoinstallation "Der Sturz ins Bild" von Eric Decastro. Eröffnung: Samstag, 23. Oktober 2010, 15.00 Uhr. Es spricht: Dr. Jochen Boberg, langjähriger Direktor der Museumsdienste des Senats Berlin.
Wieder einmal verwandelt ein Künstler den barocken Hubertussaal von Schloß Mochental in eine Traumwelt. Der 1960 im Burgund geborene Maler und Medienkünstler Eric Decastro führt uns auf spannend inszenierte und geniale Weise mit einer Gemälde- und Videoinstallation vor, was er als „Sturz ins Bild“ begreift.Decastro umgibt seine Videoprojektion, die durch ihren Aufbau zentral ausgerichtet ist und sich in die Tiefe verliert, mit seitlich aufgestellten, großformatigen Gemälden seiner „wash-out“-Schichtenmalerei. Die Technik des „wash-outs“, des „Auswaschens“ ist wörtlich zu nehmen. Der Künstler wäscht meist Teilflächen seiner frisch bemalten Leinwände aus, bevor er seinen Malvorgang fortsetzt. Dieser ist ein ausgeklügeltes System aus Abtropfen-Lassen und Auswaschen der Farben. Diese Technik erinnert an die „dripping“-Methode von Jackson Pollock, besonders auch in Bezug auf die Durchmischung von Spontaneität und Kalkül. Jedoch zielt Decastros „wash-out-Methode“ auf eine Relieflandschaft der Farbe, die sich durch 20 bis 30 Schichten konstituiert.
Das Ergebnis ist ein hoch sensibles Farbspektakel, kombiniert aus gestischem Akt, Farb- und Formverdichtungen, Schichtenmalerei und einem zu monochromen Farbstimmungen tendierenden Ganzen. Auf diese Weise entstehen auf den Leinwänden „komplex dimensionierte, sensitiv aufgeladene Welten“ (Dr. Elmar Zorn). In Konsequenz wird das Betrachten von Decastros Kunst selbst zum Ereignis. Denn wir, die Betrachter, tasten mit unseren Augen diese Farbschichtenstapelungen und räumlichen Tiefenwirkungen ab wie durch einen Scanner. Wir sehen „farbpoetische Kosmen“, „harmonisch komponierte Konglomerate gebündelter Strukturen und Netze, überlagert von sternenübersähten Feldern".
Dr. Elmar Zorn erklärt: „Decastro transformiert diese kompliziert angelegten Werke nun zusätzlich in eine Installation, deren Aufbau ein Kunstwerk sui generis generiert. So entsteht in einer gegenseitig aufeinander bezogenen Dualität des Gemäldes (mit dem es auslösenden virtuellen Raum) und der Projektion der Installation (mit ihrem virtuellen 3-D-Raum) ein Gesamtkunstwerk. Weil Decastro beide Medien zusammen parallel präsentiert, setzt er den Betrachter in die Lage, Querverweise zwischen den „alten“ und den „neuen“ Medien, (…) assoziierend herzustellen. Neue Raumdimensionen werden so durch Decastros Neuansatz imaginierbar. Mit der Setzung seiner Malerei und seiner von ihm entwickelten Projektionskunst in einer zusammenführenden Installation eröffnet er eine neue Kategorie gleichermaßen in der Kunst als auch in den Neuen Medien.“
Biografie und Ausstellungen bis 2010
1960 Geboren in Le Creusot (Burgund Frankreich)
1974 Beginn eigener Malerei (Stillleben, Landschaften), Collagen, Plastiken in Holz
1966-74 Realschule Ecole Privée Sainte Marguerite-Marie und Jesuiten Internat Sainte Marie in la Clayette, Burgund
1974-84 Unterweisung in der Geschichte der Malerei durch die Mutter und Malerin Mirei de Castro, Beginn der Ausbildung in Siebdrucktechnik im Familienbertrieb des Onkels, diverse Studienreisen nach Griechenland Frankreich, Italien, Deutschland. Künstlerische Prägung durch die Arbeiten von Paul Rebeyrolle, Jackson Pollock, Marc Lachaize, Jerry Zeniuk
1979-85 Studienreisen nach Südfrankreich, Einzelausstellungen in Charolles, Burgund (Frankreich) und in Griesheim (Deutschland)
1979 Erste Begegnung mit Paul Rebeyrolle anlässlich der ersten Retrospektive in der Nationalgalerie Grand Palais, Paris
1986-89 Fortsetzung des Studium der Acryltechniken und 3 Studienreisen in die Provence, erste Begegnung mit Cesar und Lalagü in Saint-Paul de Vence
1989-00 Gründung eines eigenen Unternehmens (IT Dienstleistungen / Softwareentwicklung). Auslandsaufenthalte und Fotoreisen in China, Hong-Kong, Taiwan, regelmäßig in Nordafrika (Tunesien), verschieden Atelierausstellungen von 1996-2000 (abstrakte Arbeiten mit Acryl auf Holz und Leinwand). Beginn der Künstlerfreundschaft mit Gunter Wenzel.
ab 2001 Erste berufliche Auszeit nach dem Verkauf des eigenen Unternehmens, mehrere Ausstellungen zum Thema Portrait und figurative Abstraktion, Beginn der Künstlerfreundschaft mit Dede Handon.
ab 2004 Fotografieausbildung, Serien von Momentaufnahmen von Landschaften weltweit (Sonnenaufgang/Sonnenuntergang)
2004-05 Fertigstellung des Werkkomplexes abstrakter Arbeiten und Beginn der Strukturierung von 3D-Leinwänden in Acryltechnik. Erster Artikel über den Maler in der „Offenbacher Post“. Erste Kontakte mit den Alp Galleries in Chelsea, New York City
2006 Erste Solo-Ausstellung im Atelier Amador, Frankfurt, mit 30 Arbeiten; Arbeit an einer Porträtserie bekannter Persönlichkeiten (Juan Amador, Alfred Herrhausen, Eckhart Tolle, Joao de Deus)
2008 Erste Vernissage im Atelier/Galerie Eric Decastro; Eröffnung des Ateliers Galerie Eric Decastro in Langen/Hessen Acryl-Malzyklus“ Hommage à Paul Rebeyrolle
2009 Ausstellung grossformatiger Malerei in der neuen Suite von Amador in Frankfurt/Fechenheim, zusammen mit Werken von Jörg Immendorff; Studienreise nach New York, Ubut (Bali), Los Angeles, Anapolis (Brasilien), Tulum (Mexiko), Besuch der Art Basel Miami Beach
2010 Austellung in Schloss Mochental Galerie Ewald Schrade
© galerie-schrade.de 19.06.09
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