Galerie Schrade, Karlsruhe, Einzelansicht
Freitag, 10. Februar 2012
03.04.09 11:31
Shmuel Shapiro - 8. Mai bis 12. Juni 2007
Shmuel Shapiro: Mazel-Tov und Tor des Todes. Lesung und Klezmermusik zur Ausstellungseröffnung: Freitag 11. Mai 2007, um 21.00 Uhr. Die Memoiren der Glückel von Hameln (1645 – 1724), ihr Leben, ihre Zeit. Ein frühes literarisches Zeugnis jüdischen Lebens in Deutschland.
Inhalt:In sieben Tagebüchern erzählt die Jüdin Glückel von Hameln ihre Lebens-geschichte: Sie schreibt für ihre Kinder und Enkel gegen die Verzweiflung in den schlaflosen Nächten, denn bereits mit 43 Jahren ist sie verwitwet und muß allein für die Erziehung und Ernährung ihrer 14 Kinder sorgen. An allen Aktivitäten und Geschäften ihres Mannes, der in Hamburg einen Handel mit Edelsteinen und Gold betrieb, war sie beteiligt. Jetzt trägt sie die Verantwortung für Familie und Betrieb selbst und hat Erfolg.
Die Tagebuchtexte lassen den Zuhörer am errreignisreichen Leben dieser mutigen, tatkräftigen und tiefreligiösen Frau teilnehmen. Wir erfahren, dass Juden rechtlos waren und dass sie für ihren bloßen Aufenthalt dem Landesherrn ein hohes Schutzgeld zahlen mussten. Dennoch war aber der Schutz des Besitzes und des Gewerbes nichts Selbst-verständliches, sondern musste durch hohe Steuern erkauft werden. Es lasen: Gisela Straehle, Gerhard Mohr
Musik: Wolfgang Weth
Textzusammenstellung: Jutta Berendes Zur Ausstellung Shmuel Shapiro „Malerei und Grafik" Mit den sensiblen Zeichnungen und Schwarz-Weiß Grafiken zeigt Shapiro äußerste Betroffenheit und Solidarität mit seinen durch die Jahrhunderte geschun-denen und entrechteten jüdischen Glaubens- brüdern. Diese künstlerischen Zeugnisse sind der Ausdruck eines starken Willens nach dem Untergang wieder neu zu beginnen...
Als Zeichen der Hoffnung folgte u.a. 1970 die „Mazel-tov Suite", 13 Farblithografien von strahlender Farbigkeit, die in einer besonders glücklichen Lebensphase entstanden.
„Mazel-Tov" heißt „Viel Glück" und ist als Huldigung an die Landschaft , die Menschen und das Leben schlechthin zu verstehen. Die Farben werden sinnlich, auch gegenständlich eingesetzt:
Blau steigert die Transzendenz des Himmels, Grün symbolisiert lebensvolles Wachstum, Rot akzentuiert Hoffnung, Lebenskraft und Liebe ...
Die Grafikmappe und die Zeichnungen (1964 – 67) mit dem Thema "Tor des Todes" sind eine künstlerische Antwort des amerikanischen Malers jüdischer Abstammung und russischer Herkunft auf den Holocaust und das beelendende, grausame Schicksal seines Volkes. KURZBIOGRAFIE 1924 geb.in New Britain, Connecticut (USA) ab 1939 Studium der Malerei in Hartford, Boston, New York und Indianapolis. 1943-46 mit den amerikanischen Truppen in Europa ab 1955 weitere Europaaufenthalte 1960 Übersiedelung nach Deutschland 1963-67 Karlsruhe 1974 Professur in Halifax Canada 1976-83 Immenried bei Kisslegg im Allgäu 1983 am 12. August in Ravensburg gestorben
© galerie-schrade.de 03.04.09
